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05. Oktober 2026 — Tobias Graupner

Kuhnert Sammel-App: Erzgebirgische Holzkunst jetzt im App Store und bei Google Play

Kuhnert Sammel-App: Erzgebirgische Holzkunst jetzt im App Store und bei Google Play

Projekt-Status

Die Kuhnert Sammel-App ist seit Oktober 2026 kostenlos im App Store und bei Google Play verfügbar. Mehr Infos gibt es auf app.kuhnert.shop.

Die Ausgangslage: Sammeln ohne Überblick

Die Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen im Erzgebirge fertigt seit 1986 Holzkunst: Schneeflöckchen, Räuchermänner, Stupsi Hasen, Eulen, Maulwürfe und vieles mehr. 2026 feiert der Betrieb 40 Jahre. Viele Kundinnen und Kunden sammeln die Figuren seit Jahren, oft Serie für Serie, und verschenken sie in der Familie weiter.

Den Überblick behielten Sammler bisher auf Papier oder im Kopf. Welche Figur aus der Eulen-Serie fehlt mir noch? Was gibt es Neues? Welches Fachgeschäft in meiner Nähe führt Kuhnert? Und was wünsche ich mir eigentlich zu Weihnachten? Genau dafür sollte eine eigene App entstehen - eine, die sich nach Manufaktur anfühlt und nicht nach Baukasten.

Die App: Ein digitaler Begleiter für Sammler

Die Kuhnert Sammel-App läuft auf iPhone, iPad und Android und ist in fünf Bereiche gegliedert. Wer neugierig ist, kann sie erst als Gast ausprobieren und sich später anmelden.

Sammlung

Figuren aus dem Katalog eintragen oder einfach den Barcode auf der Verpackung scannen. Pro Serie zeigt die App, wie vollständig die Sammlung ist und was noch fehlt.

Wunschlisten

Mehrere Listen, Herzenswünsche mit Priorität, Notizen. Teilen per Link, auf Wunsch mit Passwort und Ablaufdatum. Erfüllte Wünsche wandern direkt in die Sammlung.

Neuigkeiten

Neuheiten, Einblicke in die Werkstatt, Messetermine und Instagram-Beiträge in einem Feed. Push-Nachrichten lassen sich pro Thema an- und abschalten.

Fachgeschäfte

Alle Kuhnert-Filialen und Fachhändler auf einer Karte oder als Liste, mit Suche nach Ort und PLZ. Anrufen, Route oder Webshop direkt aus der App.

Konto & Kundenkarte

Die vorhandene Kundenkarte per Scan oder Kartennummer verknüpfen und den Barcode an der Kasse zeigen - in der App oder in Apple Wallet und Google Wallet. Dazu Einstellungen, Kundenservice, Datenexport und Kontolöschung.

Im Katalog stecken über 800 Figuren aus 16 Serien, von den Annaberger Wichteln bis zum Schneeflöckchen. Optisch folgt die App dem Kuhnert-CI: tiefes Dunkelgrün, Lindgrün als sparsamer Akzent, die Benguiat-Serif für Überschriften. Weil viele Sammler nicht mehr ganz jung sind, haben wir auf große Schrift, Touch-Ziele ab 44 Pixel und klare Wege geachtet. Wer reduzierte Bewegung eingestellt hat, bekommt keine Animationen.

Der Tech-Stack: Flutter, Symfony und ein mobiles Admin

Hinter der App stehen drei Bausteine, die wir alle selbst entwickelt haben und betreiben: die App, ein API-Backend und ein Admin für das Kuhnert-Team.

App: Flutter für iOS, Android und Tablets

Die App ist mit Flutter gebaut: eine Codebasis für iPhone, Android und eigene Tablet-Layouts auf iPad und Android-Tablets. State Management läuft über Riverpod, die Navigation über GoRouter, die Datenmodelle über Freezed.

Sammlung, Wunschlisten und News liegen lokal in einer SQLite-Datenbank (Drift). Wer im Laden keinen Empfang hat, kann trotzdem nachsehen und sogar Figuren eintragen: Änderungen landen in einer Warteschlange und werden synchronisiert, sobald wieder Netz da ist. Gäste nutzen dieselbe Technik ohne Konto.

Stack: Flutter, Dart, Riverpod, GoRouter, Freezed, Drift, Firebase Cloud Messaging

Backend: Symfony mit API Platform

Das Backend ist eine Symfony-Anwendung mit API Platform und PostgreSQL. Eine schnelle Volltextsuche findet Figuren auch über Synonyme, die das Team im Admin pflegt.

Aufwendige Arbeit läuft im Hintergrund: der Abgleich mit dem Shop, der Versand von Push-Nachrichten und die Bildverarbeitung. Produktbilder werden automatisch zugeschnitten, freigestellt und mit einer Blurhash-Vorschau ausgeliefert, damit die App nie leere Flächen zeigt.

Stack: PHP, Symfony, API Platform, PostgreSQL

Admin: auch am iPhone bedienbar

Das Kuhnert-Team arbeitet oft unterwegs. Deshalb ist das Admin mit React und TypeScript so gebaut, dass jede Seite auch auf dem iPhone ohne seitliches Scrollen bedienbar ist.

Hier entstehen News mit Bildern und Zielgruppen, Push-Nachrichten (sofort, zu einem Zeitpunkt oder gekoppelt an die Veröffentlichung eines Artikels), Händler mit CSV-Import und Geocoding, Rechtstexte und das Design der Wallet-Karten. Eine Statistik-Seite zeigt, wie die App genutzt wird. Rollen und Rechte steuern, wer was sehen und ändern darf, und ein Audit-Log hält Änderungen fest.

Stack: React, TypeScript

Integrationen: Shopware, Wallet, Instagram, Brevo

Der Produktkatalog wird nicht doppelt gepflegt. Produkte, Kategorien und Kundenkarten kommen automatisch aus dem Shopware-Shop von Kuhnert; aus dem Kategoriebaum werden automatisch die Serien der App.

Kundenkarten gibt es zusätzlich als Pass für Apple Wallet und Google Wallet, inklusive Aktualisierung per Push. Instagram-Beiträge erscheinen automatisch im News-Feed, Newsletter-Anmeldungen gehen an Brevo.

Integrationen: Shopware 6, Apple Wallet, Google Wallet, Instagram, Brevo, Firebase

Details, auf die wir stolz sind

Die meiste Arbeit steckt in Dingen, die man nicht auf den ersten Blick sieht. Vier Beispiele:

Geschenke ohne Spoiler

Freunde und Familie können Figuren auf einer geteilten Wunschliste reservieren oder als gekauft markieren - ohne eigenes Konto. Die Reservierungen hängen am Freigabe-Link, nicht an der Liste. Der Besitzer kann sie deshalb technisch gar nicht sehen.

Pushes, die nicht nerven

Ändert sich der Status einer gewünschten Figur, etwa weil sie bald nicht mehr hergestellt wird, erfährt das nur, wer sie auf der Wunschliste hat. Mehrere Änderungen werden zu einer Nachricht gebündelt und vormittags zur Stunde mit der meisten App-Nutzung verschickt, nicht nachts direkt nach dem Shop-Sync. Vorher stehen sie im Admin, wo das Team sie noch ändern oder stoppen kann.

App-Icons aus dem Backend

Nutzer können zwischen mehreren Icons wählen, von Eulen über Schneeflöckchen bis zum Jubiläums-Icon zu 40 Jahren Kuhnert. Das Team kann ein Icon auch zentral ausrollen, sofort oder zeitgesteuert, etwa zur Weihnachtszeit - wahlweise nur auf Geräten, auf denen niemand selbst ein Icon ausgesucht hat.

Statistik mit Datenschutz

Die Auswertungen im Admin zeigen Gruppen erst ab 15 Personen. In kleinen Orten könnte man sonst aus der Zugehörigkeit zu einem Händler auf einzelne Kunden schließen. Die Grenze steht auch so in der Datenschutzerklärung.

Qualität: Getestet, bevor es live geht

Eine App im Store lässt sich nicht einfach nachträglich reparieren wie eine Website. Deshalb haben wir viel in Tests und Automatisierung investiert:

  • ✓ Über 700 Testdateien für App, API und Admin
  • ✓ Golden-Tests, die Screens pixelgenau vergleichen, auch mit großer Systemschrift
  • ✓ End-to-End-Tests mit Maestro (App) und Playwright (Admin)
  • ✓ Statische Analyse mit PHPStan und dem Dart-Analyzer in jeder Pipeline
  • ✓ Automatische Sicherheitsscans und eine Software-Stückliste (SBOM) für den Cyber Resilience Act
  • ✓ Automatische Abhängigkeits-Updates mit Renovate

Merge Requests mit roter Pipeline lassen sich nicht zusammenführen. Fehler im Live-Betrieb fallen uns auf, bevor Nutzer sie melden, und jede Version lässt sich bei Bedarf schnell zurückrollen.

Kofinanziert von der Europäischen Union

Die Drechslerei Kuhnert hat das Vorhaben über die Sächsische Aufbaubank aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert bekommen, im Rahmen der „Förderrichtlinie Digitalisierung Zuschuss EFRE 2021 bis 2027”. Für Unternehmen in Sachsen kann sich ein Blick auf solche Programme lohnen, bevor ein Digitalprojekt startet.

Fazit: Handwerk und Technik passen zusammen

Die Kuhnert Sammel-App zeigt, dass ein Handwerksbetrieb aus dem Erzgebirge seinen Kunden eine App bieten kann, die mit großen Marken mithält. Der Schlüssel war, die App nicht isoliert zu sehen: Sie hängt am bestehenden Shop, das Team pflegt sie selbst, und Datenschutz und Barrierefreiheit waren von Anfang an Teil des Plans. Vier Monate nach der Beauftragung war die App fertig, seit Oktober ist sie in beiden Stores - und die nächsten Funktionen sind schon in Arbeit.

Alle Details zum Projekt finden Sie in unserer Projektübersicht.

Sie überlegen, Ihren Kunden eine eigene App anzubieten? Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie gern, auch zu Fördermöglichkeiten.